Anglaise – Entmystifizierung des Copperplate-Spencerian Rätsels

Copperplate und Spencerian

Die Darstellung der Unterscheidung erfolgt anhand der „Kleinbuchstaben“.
Die Verdickung in der Spencerian ist unterschiedlich. Bei manchen Buchstaben wird komplett darauf verzichtet (z.B. beim ‚i’). Oft werden keilförmige Formen verwendet (‚d’, ‚p’ und ‚t’).

Spencerian Script: Earl A. Lupfer (1890 – 1967)

Spencerian Script: Earl A. Lupfer (1890 – 1967)

Bei Copperplate-Formen dagegen dominieren gleichmäßige Verdickungen. Genauso wie in den Spencerian-Formen ist ein großer Kontrast zwischen dünnen und dicken Formen erkennbar.

Copperlate-Stil (Engrossers(Engravers Script: Earl A. Lupfer

Copperlate-Stil (Engrossers(Engravers Script: Earl A. Lupfer

Hier sieht man drei Variationen des Schriftzuges “Zanerian”. Beachten Sie, wie grazil die Kleinbuchstaben verstärkt sind. Das ‚e’ und das ‚i’ in dieser Spencerian-Form ist nicht verstärkt. Sehen Sie die Ähnlichkeit zu den Formen in der Mitte? Diese entsprechen dem Mono-linien-Stil der Schulhandschriften, welche in den U.S.-Schulen (Palmer- Methode und Zaner-Bloser-Methode). Beide Metholden sind von den Spencerian-Formen beeinflußt worden.
1894: Palmer’s Guide to Business Writing
1904: The Zaner Method of Arm Movement Writing

Im Kontrast dazu die gleichmäßige Verstärkung in den Copperplate-Formen.

Earl A. Lupfer (oben und Mitte) SE Sorber (unten)

Earl A. Lupfer (oben und Mitte)
SE Sorber (unten)

Zu einer Darstellung der Unterschiede in den Großbuchstaben in den beiden Stilen seien abschließend zwei Beispiele präsentiert:

Copperplate-Stil (Engrossers/Engravers Script): Earl A. Lupfer

Copperplate-Stil (Engrossers/Engravers Script): Earl A. Lupfer

Spencerian: Earl A. Lupfe

Spencerian: Earl A. Lupfe

Um zwischen Copperplate- und Spencerian-Großbuchstabenformen zu unterscheiden, ist ein erweitertes Wissen über die zahlreichen Variationen erforderlich. Oft werden auch Spencerian-Großbuchstabenformen mit Copperplate-Kleinbuchstabenformen verwendet.
Bei einer Spezifizierung sollte man sich auch nicht von den verschiedensten Curly-Wurly-Formen beeindrucken lassen.

Quelle Artikelbild und Fotos: Kalligrafie Aktuell, Johann G. Maierhofer
Text: Johann G. Maierhofer, Kalligrafie Aktuell

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